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Pädagogische Spielplatzbetreuung

Gesellschaftliche Veränderungen

Die Entwicklung unserer Gesellschaft mit einer starken Betonung des Individualverkehrs und dem Verlust von frei verfügbaren Spielflächen, verändert den Spiel- und Bewegungsraum von Kindern und Jugendlichen. Zusätzlich erfährt das Freizeitverhalten eine anhaltende Richtungsänderung durch massiven Medienkonsum. Die Verplanung der Freizeit seitens der Eltern, nimmt den Kindern Selbständigkeit und Entscheidungsfreiheit, gleichzeitig geraten sie als wirtschaftlich bedeutende Gruppe stärker in den Blickpunkt.

Arbeitsinhalte

„Insgesamt sind unsere gesellschaftlichen Strukturen so komplex und in ihren Zusammenhängen undurchschaubar, dass die Orientierung schon Erwachsenen oft nur schwer gelingt. Kindern und Jugendlichen fällt es in dieser Welt, auf der Suche nach Orientierung, immer schwerer, ein befriedigendes Verhältnis zu ihrer Umwelt, zu sich selbst und anderen zu entwickeln.“(1) 
Eine pädagogische Spielplatzbetreuung kann einer solchen Entwicklung entgegenwirken und Kindern und Jugendlichen vor Augen halten, dass sie sich selbst als Individuum erleben. Ein kreativer Umgang mit Ökologie, Ökonomie, sozialen Bindungen und nicht zuletzt eigenen Erfahrungen erhöhen Lebenskompetenzen und fördern Kinder und Jugendliche im Sinne des §1 Abs.1-3 SGB VIII in ihrer Entwicklung als eigenverantwortliche, gemeinschaftsfähige Persönlichkeiten.

Funktion der Spielplatzbetreuung

Eine wichtige Funktion der pädagogischen Spielplatzbetreuung besteht u.a. darin, Kindern Anregungen zur Freizeitgestaltung zu vermitteln. Themenbezogene Spielaktionen sollen unter pädagogischer Anleitung zu kreativen und abwechslungsreichen Spielen anregen. Die Themen orientieren sich an der Lebensrealität der Kinder und berücksichtigen im Rahmen der Möglichkeiten die jeweiligen Verhältnisse in den Stadtteilen. Ergänzend sollen ökologische Themen die Kinder zu einer aktiven Auseinandersetzung mit der Umwelt anregen.
Mit den verschiedensten Spielgeräten werden im freien Bewegungsspiel motorische Fähigkeiten gefördert.

Grundprinzipien

Die pädagogische Spielplatzbetreuung arbeitet nach folgenden Grundprinzipien:

  • Freiwilligkeit des Besuches und der Teilnahme an allen Angeboten und Aktionen
  • keine Ausgrenzung von Einzelnen oder Gruppen
  • Begegnungsmöglichkeiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (Eltern und Mitarbeiter/innen, Behinderte und Nichtbehinderte, Ausländer und Inländer, Alte und Junge...)
  • Offenheit für neue Ideen und Vorgehensweisen, für alternative Handlungs- und Erfahrungsmöglichkeiten
  • "kulturelle, weltanschauliche und politische Ungebundenheit“(2)

Die vorgenannten Methoden und Handlungsansätze wirken gemeinschaftsfördernd und zeigen Kindern und Jugendlichen Alternativen zum passiven Medienkonsum auf. Sie tragen zur Attraktivität der Stadt als Lebensbereich bei.

Spielbusse

Die Kommunale Jugendarbeit der Stadt Schweinfurt stellt für diesen Aufgabenbereich zwei Spielbusse (Max und Moritz) zur Verfügung. Diese sind organisatorisch an die Jugendbegegnungsstätte Euerbacher Straße und die Freizeiträume Bergl (Kindertreff “Die Scheibe“) angegliedert. Die personelle Kapazität für Planung und Organisation, sowie Durchführung der Aktionen, ist im Gesamtstellenplan der Jugendeinrichtungen enthalten. Planung und Verteilung der Aktionen erfolgt in Absprache mit der Sachgebietsleitung (Jugendpfleger) und der koordinierenden Stelle (Jugendbegegnungsstätte Euerbacher Straße). Alle Mitarbeiter/innen der Kommunalen Jugendarbeit werden an der Durchführung der Spielbusaktionen beteiligt. 
Eine pädagogische Spielplatzbetreuung findet vorwiegend in den Sommermonaten und Schulferien statt. Die Aktionen werden gleichmäßig auf Spielplätze und Freiflächen verteilt über das gesamte Stadtgebiet durchgeführt. Die Spielbusse können von Verbänden und anderen für eigene Veranstaltungen (nur in Verbindung mit pädagogischem Fachpersonal) angefordert werden.

(1) Rahmenkonzeption für pädagogisch betreute Spielplätze, Hrsg.: Bund der Jugendfarmen und Aktivspielplätze e.V., Stuttgart, 1999, 2. Aufl., S. 15
(2) Rahmenkonzeption für pädagogisch betreute Spielplätze, Hrsg.: Bund der Jugendfarmen und Aktivspielplätze e.V., Stuttgart, 1999, 2. Aufl., S. 16

Handlungsbedarf

  • Erhöhung der finanziellen Mittel um themenorientierte und langfristigere Projekte durchführen zu können.
  • Erweiterung der konzeptionellen Ausrichtung auf die 13- bis 15-jährigen Kinder und Jugendlichen.
  • Bedürfnisse dieser Altersgruppen mit in Gesamtkonzept einbeziehen.