Ausländische Kinder und Jugendliche

Sozialisationsprobleme

Zum 01.01.2008 leben in Schweinfurt 6333 Ausländer (vgl. 01.01.1998 6460) und stellen 11,9% der Gesamtbevölkerung. Ausländischen Kindern und Jugendlichen soll im Rahmen der Jugendhilfeplanung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Kinder in ausländischen Familien erfahren innerhalb ihrer Familien eine andere Sozialisation und verhalten sich somit anders. Häufig haben sie Schwierigkeiten, ihr erlerntes Verhalten aus der Familie mit den Erfahrungen und Erwartungen aus ihrer Umwelt hier in Einklang zu bringen.

In der Dokumentation der Expertengespräche, die zur Erstellung des Jugendhilfeplans stattgefunden haben, heißt es, daß die Ballung der Ausländer auf wenige Stadtgebiete relativ stark ausgeprägt ist. Diese Konzentration der nicht deutschen Nationalitäten ist unter dem Aspekt der Integration als äußerst problematisch zu bezeichnen und ein brisanter, roter Faden, der sich durch die Gespräche zog.

Ausländische Kinder in Einrichtungen

Wo sind ausländische Kinder und Jugendliche zu finden?
Verschiedene Statistiken zur Bevölkerungsstruktur, auch nach Altersverteilung und Stadtteilen, finden sich im Statistikteil des Jugendhilfeplans.

Innenstadt

Innenstadt/Gründerzeitviertel

Wie aus der Bevölkerungsstatistik zu ersehen ist, leben die meisten Ausländer in der Innenstadt (21%). Das Gebiet des Gründerzeitviertels wird dort häufig wegen billigerer Wohnungen vermehrt von ausländischen Familien mit wenig finanziellen Mitteln bewohnt (siehe auch Beschreibung der Bevölkerungssituation der Planungsgebiete unter Punkt 6).

Einrichtungen der Innenstadt, die von ausländischen Kindern und Jugendlichen aufgesucht werden:

 

Stattbahnhof

• Jugendkulturhaus „Stattbahnhof“

Der Anteil der ausländischen Besucher liegt bei 10-15 %.

"Kom,ma"

• Offener Jugendtreff "Kom,ma" in der Schultesstraße

Das „Stammpublikum“ besteht aus ca. 60 - 80 jungen Leuten im Alter von 12 bis 20 Jahren, die regelmäßig die Einrichtung besuchen, zum Teil täglich oder mehrmals wöchentlich. Die Besucher kommen aus 14 Nationen. Der Großteil der männlichen Besucher setzt sich vorwiegend aus Türken, Deutschen, Bosniern und Griechen zusammen. Es finden sich auch vermehrt deutsche Jugendliche und Kinder aus russischen und polnischen Aussiedlerfamilien ein. Dies wurde in erster Linie durch die Hausaufgabenbetreuung ermöglicht, die seit März 1995 angeboten wird.

AWO-Kindertreff

• Kindertreff der Arbeiterwohlfahrt

Die meisten Kinder sind im Alter von 6 bis 13 Jahren und ausländischer Herkunft verschiedenster Nationalitäten.

Bergl

Bergl

Eine hohe Zahl an ausländischen Familien (16,3%) lebt auch im Stadtteil Bergl. Dort findet sich günstiger Wohnraum, bedingt durch den sozialen Wohnungsbau aus den Jahren 1950 - 1975. Viele Wohnblocks, Punkthäuser und Hochhäuser gehören Wohnungsbaugesellschaften, deren Wohnungen durch das Wohnungsamt vergeben werden (siehe auch Beschreibung der Bevölkerungssituation der Planungsgebiete unter Punkt 6).

Einrichtungen am Bergl, die von ausländischen Kindern und Jugendlichen aufgesucht werden:

"Café Morrison"

• Freizeiträume Bergl: „Café Morrison“

Die Besucher des Café Morrison sind überwiegend Jugendliche im Teeniealter. Der Teenietreff wird von 40% Mädchen und 60% Jungen besucht. Die Nutzer kommen aus den verschiedensten Ländern, sprechen jedoch alle ausreichend deutsch, um miteinander kommunizieren zu können. Sie kommen vorwiegend aus Arbeiterfamilien und besuchen in der Mehrzahl die Hauptschule. Derzeit ist eine Verschiebung der Herkunftsländer in Richtung ehemalige GUS-Staaten zu verzeichnen. Im Umgang der verschiedenen Nationalitäten und Kulturkreise sind gewisse interkulturelle Kommunikationsformen notwendig, um gemeinsam Freizeit verbringen zu können. Hier liegt der Arbeitsschwerpunkt im Haus.

Die Scheibe

• Freizeiträume Bergl: „Die Scheibe“

Die Besucher/innen der Scheibe sind Schulkinder aus dem Stadtteil im Alter von 6-11 Jahren. Der größte Teil der Kinder geht in die Grund- und Hauptschule (Albert-Schweitzer-Schule). Der Ausländeranteil (vorwiegend aus der Türkei) sowie der Anteil an Spätaussiedlern liegt zusammen bei etwa 90%, bei der Geschlechterverteilung überwiegen die Jungen. Die Kinder kommen fast ausschließlich aus Arbeiterfamilien.

Musikerviertel / Nordwestlicher Stadtteil

Musikerviertel/Nordwestlicher Stadtteil

Im Musikerviertel liegt der Anteil der Ausländer bei 14,4% (vgl. 1998 13%) und damit um zwei Prozent über dem Ausländeranteil für die gesamte Stadt. Auch das Musikerviertel gehört zu den Gebieten mit einem höheren Anteil ausländischer Mitbürger (siehe auch Beschreibung der Bevölkerungssituation der Planungsgebiete unter Punkt 6).

Einrichtungen im Musikerviertel und nordwestlichen Stadtgebiet, die von ausländischen Kindern und Jugendlichen aufgesucht werden:

Jugendhaus Franz-Schubert-Straße

• Jugendhaus Franz-Schubert-Straße

Der offene Betrieb wird von jungen Menschen genutzt, die teilweise ihre Kindheit noch in Staaten der ehemaligen Sowjetunion verbrachten. Aber es kommen auch nach wie vor viele türkische Jugendliche.
Innerhalb der Kursangebote und jugendkulturellen Veranstaltungen gelingt inzwischen ein Vermischung der Nationalitäten, doch sind deutsche Kinder/Jugendliche noch immer in der Mehrzahl.

Euerbacher Straße

• Jugendbegegnungsstätte Euerbacher Straße

Die Besucher der Jugendbegegnungsstätte sind fast ausschließlich Bewohner des abgeschlossenen Wohngebietes, wobei der Schwerpunkt bei den Schulkindern liegt. Viele Besucher sind ausländischer Herkunft. Die wesentlichen Probleme liegen im Alltag der Besucher (Familie, Schule). Die Hausaufgabenbetreuung ist nach wie vor das wichtigste Aufgabenfeld in dieser Einrichtung. Es werden jugoslawische, albanische, arabische und deutsche Kinder betreut. Diese Kinder sind aufgrund schwieriger Lebensverhältnisse mit Lernschwierigkeiten und großen Konzentrationsschwächen belastet.