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Kindergartenbefragung - Ergebnisse

Ergebnisse des Fragebogens der Kindergärten und Tagesstätten

Fehlende Kapazitäten

Auch wenn in der Gesamtsicht der Stadt eine Sättigung an Kindergartenplätzen festzustellen ist, so läßt sich doch bei näherem Hinsehen erkennen, daß in der Innenstadt die Kapazität für eine volle Gruppe und am Bergl die Kapazität für eine halbe Gruppe fehlt (die Zahl von 92 Kindern, die nicht aus Schweinfurt Stadt kommen, also ca. 4 Gruppen, verlangt auf Dauer zu prüfen, ob ein Finanzausgleich mit den betroffenen Umlandgemeinden möglich ist).

Ausländer und Aussiedler

Der Anteil der Kinder, die keine deutsche Staatsangehörigkeit haben, beträgt 23,8 %. Der Anteil der Aussiedlerkinder beträgt 15,8 %. Beide Gruppen haben einen hohen Anteil an Kindern mit schlechten Deutschkenntnissen. Insgesamt beträgt der Anteil derer 24 %, das ist fast ein Viertel der gesamten Kinderzahl. Hierbei stechen der Deutschhof mit 33,5 % und die Innenstadt mit 35 % hervor. Eine rechtzeitige Sprachförderung kann hier spätere Schulprobleme vermeiden.

Berufstätigkeit der Eltern

Bei ca. 34 % der Eltern ist durch die Berufstätigkeit nur ein eingeschränkter Zeitvorrat für die Familie vorhanden (bei 33,1 % sind zwei von zwei Erwachsenen berufstätig, bei 10,1% einer von einem). Am Hochfeld und am Bergl liegt dieser Prozentsatz sogar jenseits der 70 %. Bei immerhin 11,6 % der Eltern liegt keine Berufstätigkeit vor. Dies stellt, vor allem am Bergl und dem Hochfeld, die Frage nach sinnvollen Betreuungsformen der Kinder.

Behinderte Kinder

Bei sieben behinderten Kindern und sechs Anfragen zur Aufnahme von behinderten Kindern besteht ein formal geringer Bedarf. Es ist jedoch zu fragen, in wie weit sich hier Angebot und Nachfrage bedingen.

Auslastung

Von den angemeldeten Kindern einer Kindertagesstätte oder eines Kindergartens befinden sich am Vormittag ca. 82 % und am Nachmittag ca. 53 Prozent tatsächlich in der jeweiligen Einrichtung. Während am Vormittag eine maximale Auslastung des pädagogischen Personals vorhanden ist, eröffnen Spielräume am Nachmittag Möglichkeiten der Arbeit am Kind, für differenzierte Fördermaßnahmen und Vernetzung pädagogischer Maßnahmen. Zwei Drittel des Personals wären bei entsprechender personeller Ausstattung bzw. entsprechender Arbeitszeitregelung bereit, die Öffnungszeiten bedarfsgerechter zu regeln.

Erweiterung der Altersgruppen

Die Erweiterung der Altersgruppen nach unten, das heißt unter drei Jahren, wird vom Personal weitgehend verneint. Als möglich und sinnvoll wird jedoch die Betreuung von Kindergartenkindern zusammen mit Grundschulkindern eingestuft.

Handlungsbedarf

Daraus lassen sich drei mögliche Entwicklungslinien ableiten:

  • Eine Öffnung und Flexibilisierung der Kindergärten und Kindertagesstätten

Kapazität und Bedarf legen eine Öffnung der Altersstruktur von Kindergärten nahe. Inzwischen ist die Aufnahme von Schulkindern und Kindern unter drei Jahren als Modell möglich.               

  • Die Vernetzung der verschiedenen Institutionen und Angebote

Vor allem auf Stadtteilebene ist die Zusammenarbeit der verschiedenen Träger „rund um das Kind“ anzustreben. Auch kann die Zusammenarbeit mit externen Stellen, die größtenteils als dringend erforderlich angesehen wird, intensiviert werden.

  • Ein systemischer Blick auf die jeweiligen Wohngebiete

Es scheint wünschenswert, daß zukünftig nicht nur eine flächendeckende Sicherung von Kindergartenplätzen wichtig ist, sondern auch ein Blick auf das jeweilige Mikrosystem eines Stadtteils. Die Betreuungsformen und -möglichkeiten müssen sich nach dem tatsächlichen Bedarf der Wohngebiete richten. Dabei spielt die jeweilige Wohn- und Sozialstruktur eines Stadtteils die entscheidende Rolle (siehe Bergl und Deutschhof).