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Deutschhof

Bezirke 43 / 44 / 45 / 46 / 47

Beschreibung des Planungsgebietes

Beschreibung

Die Bebauung dieses Stadtteils begann 1970. Der erste Abschnitt "Deutschhof-Süd" besteht aus einer Mischung von Ein- und Zweifamilienhäusern, die größtenteils in Gruppen angeordnet sind, und 3- bis 7-geschossigen Wohnblocks. Südlich von diesem Abschnitt befindet sich das Gebiet „Am Zeilbaum“, als jüngster bebauter Abschnitt und im Einzugsgebiet Deutschhof sowie auch Hochfeld liegend. In den Abschnitten "Deutschhof-Ost" und „Deutschhof-Nord“ ist der Anteil an Einzelhäusern, besonders an frei stehenden Häusern, größer als im Bauabschnitt „Deutschhof-Süd“. Das Gebiet  „Deutschhof-Mitte“ stellt das Stadtteil-Zentrum dar und besteht aus mehrgeschossigen Wohnblocks um einen zentralen Platz angeordnet. Der gesamte Stadtteil ist als Mischung von Ein- und Zweifamilienhäusern und größeren Wohnanlagen geplant und bebaut und durch einen Kernbereich mit „Marktplatz“ als selbständiger Stadtteil konzipiert. 

Am Deutschhof gibt es keine Schule. Eine Grundschule, die Kerschensteiner-Volksschule,mit angegliedertem Hort, befindet sich im angrenzenden Stadtteil Hochfeld und ist mit dem Bus zu erreichen. Der Hort ist belegt, die Nachfrage jedoch so groß, dass Kinder in den Hort an der Auenschule gefahren werden. Von der Kerschensteiner-Volksschule, Ganztagesschule seit dem Schuljahr 2012/2013, erhofft man langfristig eine Entlastung der Betreuungsnachfrage am Nachmittag. Die Hauptschüler am Deutschhof müssen in die Innenstadt fahren, da sie der Hauptschule der Frieden-Volksschule zugeteilt werden.
Es gibt zwei Kindergärten am Deutschhof. Die Kindertageseinrichtung St. Maximilian-Kolbe im Kernbereich „Deutschhof-Mitte“ weist zum 31.12.2016 mit 79% (vgl. 2014 58%, 2012 74%, 2010 66%) einen hohen Anteil an Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund auf, in der der Kindertagesstätte im Gut Deutschhof beträgt er 50% (vgl. 2014 38,8%, 2010 31%). Die Kindertageseinrichtung KiZ St. Maximilian Kolbe ist seit Januar 2015 einer von fünf Familienstützpunkten in Schweinfurt.
Der Jugendtreff Deutschhof in der Maximilian-Kolbe-Gemeinde, der seit August 2008 geschlossen war, wurde im Frühjahr 2012 wieder eröffnet und wird sehr gut besucht. Die Jugendlichen stammen, inzwischen schon in zweiter Generation, zu ca. 80% aus Aussiedlerfamilien. Ein Viertel der Jugendlichen besucht die Hauptschule. Ein weiteres Viertel befindet sich in Berufsorientierungsmaßnahmen oder in einer Berufsausbildung. Die Hälfte der Besucher geht an weiterführende Schulen. Der Offene Kindertreff in den Räumen der Maximilian-Kolbe-Gemeinde hat im Januar 2011 wieder eröffnet. Auch ein Mädchentreff hat sich etabliert. Kirchliche Kinder- und Jugendarbeit leisten die Gemeinden St. Maximilian-Kolbe und Gut Deutschhof. Am Deutschhof werden Sportangebote durch ansässige Vereine wie den TV Jahn und den Hockey-Club als auch vom DAV mit seinem Kletterzentrum in der Albin-Kitzinger-Straße geschaffen. Vor allem für die Kinder bietet sich, bis auf eine fehlende Schule mit dazugehöriger Turnhalle für Freizeitaktivitäten, eine optimale Infrastruktur. Frei- und Spielflächen, für Jugendliche im Alter von 15-18 Jahren allerdings nur eingeschränkt, sind am Deutschhof mehr als ausreichend vorhanden. Vor allem der Seinäjoki-Park und das angrenzende Naherholungsgebiet "Wildpark an den Eichen", der sog. „Waldspielplatz“, tragen zu der guten Versorgung bei.
Der Deutschhof ist komplett verkehrsberuhigt, das ganze Gebiet ist als Tempo30-Zone ausgewiesen. Neben dem Kernbereich mit dem Marktplatz trägt ebenfalls die Verkehrssituation dazu bei, dass der Deutschhof ein selbständiger und geschlossener Stadtteil ist. Die Anbindung durch die öffentlichen Verkehrsmittel ist am Deutschhof sehr gut, der Bus fährt in kurzen regelmäßigen Abständen.

Bevölkerungsstruktur im Planungsgebiet

Am Deutschhof leben zum 31.12.2016 5991 Personen (vgl. 2014 6001, 2010 6119, 2004 6133).
Die Altersstufe 55 bis 75 Jahre liegt 4,6 Prozentpunkte über dem Durchschnitt des Gesamtstadtgebiets.
Überdurchschnittlich ist unter den Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre die Altersstufe von 6 bis 14 Jahre vertreten, sie liegt mit 5,5 Prozentpunkten über dem Durchschnitt des Gesamtstadtgebiets.

Migrationshintergrund

Der Ausländeranteil ist zum 31.12.2016 mit 7,3% (vgl. 2010 5% und 2004 4,3%) am Deutschhof gering. Die meisten Aussiedler Schweinfurts wohnen nicht am Deutschhof (1352 Doppelstaatler), wie oft angenommen wird, sondern am Bergl (2177 Doppelstaatler). Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung im jeweiligen Stadtteil macht diese Gruppe jedoch am Deutschhof mit 23% (wie auch am Bergl mit 24%) fast ein Viertel der Stadtteilbevölkerung aus.
16% (vgl. 2010 17%) aller Doppelstaatler Schweinfurts wohnen am Deutschhof. 

Die Klientel der Jugend- und Familienhilfe in diesem Gebiet hat überwiegend Sprachprobleme, Erziehungsprobleme und ist häufig arbeitslos. Im Gesamtgebiet Deutschhof gibt es eine Tendenz zur Zunahme der ambulanten und stationären Maßnahmen der Jugend- und Familienhilfe. Auch Meldungen nach § 8a SGB VIII zu Kindeswohlgefährdungen haben zugenommen. Die Jugendhilfe im Strafverfahren (früher Jugendgerichtshilfe genannt) bewegt sich auf niedrigerem Niveau, Eigentumsdelikte stehen hierbei im Vordergrund. Eine deutliche Zunahme ist bei der Mitwirkung in familiengerichtlichen Verfahren (Trennung/Scheidung/Umgang) zu verzeichnen. 
Die jugendlichen Aussiedler wohnen auch dann noch häufig bei den Eltern, wenn sie eine Berufsausbildung beginnen oder schon arbeiten. Dies ist zum einem von der finanziellen Lage abhängig zum anderen aber auch durch ein anderes Familienverständnis bedingt.
Erfreulicherweise zeigt sich, dass Familien mit Migrationshintergrund sich öffnen, um Hilfen - insbesondere Beratung und ambulante Leistungen - anzunehmen.

Allgemein

Der Stadtteil Deutschhof wird überwiegend von der Mittelschicht bewohnt und ist ein typischer Familienstadtteil. Als 1970 die Bebauungsphase begann, zog es vor allem junge Familien an den Deutschhof. Diese Familien sind heute immer noch ein wesentlicher Bestandteil des Gebietes und dementsprechend sind auch die Altersgruppen 36-75 Jahre und 0-14 Jahre (v. a. die Altersgruppen 6 bis 14 Jahre) stärker vertreten. Rund um den Marktplatz wohnen in den mehrstöckigen Wohnblocks vorwiegend Aussiedler, eine homogene Gruppe, die vom Rest des Stadtteils sowohl räumlich als auch sozial abgegrenzt ist.
Die Wohnsituation am Deutschhof ist insgesamt für Kinder und Jugendliche als sehr gut zu beurteilen. Die Nähe zur Natur, genügend Freiflächen und Freizeitmöglichkeiten (wenn auch teilweise eingeschränkt für Jugendliche im Alter zwischen 13-18 Jahren), die komplette Ausweisung des Stadtteils zur Tempo30-Zone, aber auch eine gute Verkehrsanbindung zur Stadt, machen den Deutschhof zu einem der schönsten Stadtteile.