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Deutschhof

Bezirke 43 / 44 / 45 / 46

Beschreibung des Planungsgebietes

Beschreibung

Die Bebauung dieses Stadtteils begann 1970. Der erste Abschnitt "Deutschhof-Süd"  besteht aus einer Mischung von Ein- und Zweifamilienhäusern, die größtenteils in Gruppen angeordnet sind, und 3- bis 7-geschossigen Wohnblocks. Südlich von diesem Abschnitt befindet sich das Gebiet „Am Zeilbaum“, als jüngster bebauter Abschnitt. In den Abschnitten "Deutschhof-Ost" und „Deutschhof-Nord“ ist der Anteil an Einzelhäusern, besonders frei stehenden Häusern, größer als im Bauabschnitt „Deutschhof-Süd“. Das Gebiet  „Deutschhof-Mitte“ stellt das Stadtteil-Zentrum dar und besteht aus mehrgeschossigen Wohnblocks um einen zentralen Platz angeordnet. Der gesamte Stadtteil ist als Mischung von Ein- und Zweifamilienhäusern und größeren Wohnanlagen geplant und bebaut und durch einen Kernbereich mit „Marktplatz“ als selbständiger Stadtteil konzipiert. 

Am Deutschhof gibt es keine Schule. Eine Grundschule, die Kerschensteiner-Volksschule, mit angegliedertem Hort befindet sich im angrenzenden Stadtteil Hochfeld und ist mit dem Bus zu erreichen. Der Hort ist belegt, die Nachfrage jedoch so groß, dass Kinder in den Hort an der Auenschule gefahren werden. Die Hauptschüler am Deutschhof müssen in die Innenstadt fahren, da sie der Hauptschule der Frieden-Volksschule zugeteilt werden. Es gibt zwei Kindergärten am Deutschhof. Der Kindergarten St. Maximilian-Kolbe im Kernbereich „Deutschhof-Mitte“ weist einen hohen Anteil an Kindern aus Aussiedlerfamilien von auf - 66,1 % (Januar 2010) in der der Kindertagesstätte im Gut Deutschhof beträgt er 30,7%.
Der Jugendtreff Deutschhof in der Maximilian-Kolbe-Gemeinde ist seit August 2008 geschlossen. Er wurde von Jugendlichen besucht, die ausschließlich aus Spätaussiedlerfamilien kommen. Die Jugendlichen befanden sich in der Hauptschule oder in Berufsorientierungsmaßnahmen bzw. in der Berufsausbildung. Der offene Kindertreff in den Räumen der Maximilian-Kolbe-Gemeinde  hat im Januar 2011 wieder eröffnet. Kirchliche Kinder- und Jugendarbeit leisten die Gemeinden St. Maximilian-Kolbe und Gut Deutschhof. Am Deutschhof werden Sportangebote durch ansässige Vereine wie den TV Jahn und den Hockey-Club geschaffen. Vor allem für die Kinder bietet sich, bis auf eine fehlende Schule mit dazugehöriger Turnhalle für Freizeitaktivitäten, eine optimale Infrastruktur. Frei- und Spielflächen, für Jugendliche im Alter von 15- bis 18 Jahren allerdings nur eingeschränkt, sind am Deutschhof mehr als ausreichend vorhanden. Vor allem der Seinäjoki-Park und das angrenzende Naherholungsgebiet "Wildpark an den Eichen", der sog. „Waldspielplatz“ tragen zu der guten Versorgung bei.
Der Deutschhof ist komplett verkehrsberuhigt, das ganze Gebiet ist als Tempo30-Zone ausgewiesen. Neben dem Kernbereich mit dem Marktplatz trägt ebenfalls die Verkehrssituation dazu bei, dass der Deutschhof ein selbständiger und geschlossener Stadtteil ist. Die Anbindung durch die öffentlichen Verkehrsmittel ist am Deutschhof sehr gut, der Bus fährt in kurzen regelmäßigen Abständen.

Bevölkerungssituation im Planungsgebiet

Bevölkerungsstruktur

Am Deutschhof leben zum 31.12.2010 6119 Personen (vgl. 2004 6133). Die Altersstruktur entspricht bis auf eine erhöhte Abweichung von 5 Prozentpunkten im Bereich der Mitbürger zwischen 55 und 75 Jahren etwa dem Durchschnitt im Stadtgebiet. Auch in den Altersstufen von 6 bis 14 Jahren ist ein Überhang von 4,5 Prozentpunkten abzulesen.

Altersverteilung

Migrationshintergrund

Der Ausländeranteil ist zum 31.12.2010 mit 5 % (vgl. 2004 mit 4%) sehr gering, eine Wohnanlage für Mitglieder der amerikanischen Streitkräfte ist vorhanden, fließt jedoch nicht in die Statistik ein.
Die meisten Aussiedler Schweinfurts wohnen nicht am Deutschhof, wie oft angenommen wird, sondern am Bergl. Zum 31.12.2010 wohnen 24 % der Doppelstaatler, die die Gruppe der Aussiedler einschließt, Schweinfurts (vgl. 2004 20%) am Deutschhof. Im Planungsgebiet selbst macht der Anteil der Doppelstaatler 22 % aus.

Status der Stadtteilbevölkerung

Die Klientel der Jugend- und Familienhilfe in diesem Gebiet hat überwiegend Sprachprobleme, Erziehungsprobleme und ist häufig arbeitslos. Im Gesamtgebiet Deutschhof gibt es eine Tendenz zur Zunahme der ambulanten und stationären Maßnahmen der Jugend- und Familienhilfe. Auch Meldungen nach § 8a SGB VIII zu Kindeswohlgefährdungen haben zugenommen. Die Jugendgerichtshilfe ist 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 10 % gestiegen. Im Rahmen der Jugendgerichtshilfe fallen jugendliche Aussiedler immer wieder in Zusammenhang mit dem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz auf. Mehr und mehr in den Vordergrund treten auch Körperverletzungsdelikte. 
Die jugendlichen Aussiedler wohnen auch dann noch häufig bei den Eltern, wenn sie eine Berufsausbildung beginnen oder schon arbeiten. Dies ist zum einem von der finanziellen Lage abhängig zum anderen aber auch durch ein anderes Familienverständnis bedingt.
Erfreulicherweise zeigt sich, dass Familien mit Migrationshintergrund sich öffnen, um Hilfen - insbesondere Beratung und ambulante Leistungen - anzunehmen.

Allgemein

Der Stadtteil Deutschhof wird überwiegend von der Mittelschicht bewohnt und ist ein typischer Familienstadtteil. Als 1970 die Bebauungsphase begann, zog es vor allem junge Familien an den Deutschhof. Diese Familien sind heute immer noch ein wesentlicher Bestandteil des Gebietes und dementsprechend sind auch die Altersgruppen 36-75 Jahre und 0-14 Jahre stärker vertreten. Rund um den Marktplatz wohnen in den mehrstöckigen Wohnblocks vorwiegend Aussiedler, eine homogene Gruppe, die vom Rest des Stadtteils sowohl räumlich als auch sozial abgegrenzt ist. Hinzu kommen für die Aussiedler, vor allem für die Jugendlichen im Alter zwischen 15-18 Jahren, noch Sprachprobleme, die dann schulische Probleme auslösen und somit den Eintritt in das Berufsleben erschweren. Um die jugendlichen Aussiedler wieder intensiv begleiten zu können, ist ein Jugendtreff am Deutschhof notwendig.
Die Wohnsituation am Deutschhof ist insgesamt für Kinder und Jugendliche als sehr gut zu beurteilen. Die Nähe zur Natur, genügend Freiflächen und Freizeitmöglichkeiten (wenn auch teilweise eingeschränkt für Jugendliche im Alter zwischen 13-18 Jahren), die komplette Ausweisung des Stadtteils zur Tempo30-Zone, aber auch eine gute Verkehrsanbindung zur Stadt, machen den Deutschhof zu einem der schönsten Stadtteile.