Bergl
Bezirk 21
Beschreibung des PlanungsgebietesSozialer Wohnungsbau
Abgesehen von einigen Häusern im Westen und dem Hauptbahnhof im Süden sind die Wohnviertel dieses Stadtteils erst nach 1945 entstanden. Die Wohngebäude spiegeln deutlich ablesbar die Entwicklung des Städtebaues und des überwiegend sozialen Wohnungsbaues der Jahre 1950 - 1975 wider. Im südöstlichen Teil sind derzeit Modernisierungsmaßnahmen sowie Neubebauung der durch den Abriss der alten Gebäude freiwerdenden Flächen im Gange. Dieser Teil hat in den letzten 10 Jahren eine Aufwertung erfahren. Die noch existierenden Gebäude bieten sehr günstigen Wohnraum mit einem niedrigen Standard an, was zu einer Zunahme des Ausländeranteils in diesen Straßenzügen geführt hat.
Hochhäuser
Der nordöstliche Teil ist mit mehrgeschossigen Bauten und Hochhäusern der letzte abgeschlossene Bauabschnitt in diesem Stadtviertel. Die Wohnungen am Bergl werden fast ausschließlich von Wohnungsbaugesellschaften verwaltet.
Bebauter Raum
Die Industrie- und Gewerbeflächen im Ostteil sind wesentlich früher im Zuge der Industrieentwicklung um die Jahrhundertwende angelegt worden; sie haben sich nach dem 2. Weltkrieg weiter ausgedehnt und nehmen heute fast ein Drittel der Fläche des Stadtteils ein. Die Bebauung des Stadtteils Bergl ist weitgehend abgeschlossen.
Im Stadtteil Bergl sind fünf Schulen, eine Volksschule, die Montessori-Schule, eine Berufsschule, eine Wirtschaftsschule sowie ein Hort vorhanden. In diesem Stadtteil gibt es seit dem Schuljahr 2010 / 2011 auch einen Montessori-Kindergarten, der auch 12 integrative Plätze für Kinder mit Behinderung vorhält. Die anderen drei Kindergärten im Planungsgebiet Bergl haben einen erhöhten Ausländer- als auch Aussiedleranteil. Der Kindergarten Christkönig einen Anteil von 74 %, der Kindergarten AWO hat 77 %, der Kindergarten der Auferstehungskirche 55 % (Stand Januar 2010). Am Bergl gibt es eine Moschee sowie den Alevitischen Kulturverein und den Integrations- und Bildungsverein türkischer Mitbürger. Dieser und die Aleviten bieten Hilfe bei den Hausaufgaben bzw. Nachhilfe für türkische Kinder an. Mit dem „Café Morrison“ und dem Kindertreff „Die Scheibe“ gibt es zwei Einrichtungen der Stadt Schweinfurt in diesem Stadtteil. Die Besucher des „Café Morrison“ sind überwiegend Jugendliche im Alter von 11-17 Jahren, den Kindertreff „Die Scheibe“ besuchen vorwiegend Schulkinder im Alter von 6-11 Jahren. Weiterhin existiert ein breites Angebot Schweinfurter Sportvereine in den Turnhallen der Albert-Schweitzer-Schule. Das Vereinsgelände des TSV Bergl liegt sehr abgelegen und inmitten einer schlecht angesehenen Wohngegend, der Obdachlosensiedlung, so dass viele Eltern ihre Kinder zum Vereinssport woanders hinbringen. Neben diesen Angeboten machen auch die beiden Kirchengemeinden Christkönig und Auferstehungskirche Kinder- und Jugendarbeit. Frei- und Spielflächen sind am Bergl ausreichend vorhanden, jedoch kaum auf die Bedürfnisse von Jugendlichen abgestimmt.
Bis auf das Gebiet am Bahnhof ist der Stadtteil Bergl vorwiegend verkehrsberuhigt. Jedoch führen quer durch das Stadtteilgebiet zwei Straßen mit der Begrenzung 50km/h und 60km/h. Die Anbindung durch die öffentlichen Verkehrsmittel ist in diesem Stadtteil sehr gut. Der Stadtbus fährt in kurzen regelmäßigen Abständen. Weiterhin gibt es am Bergl durch den Bahnhof und ÖVF-Busse auch einen guten Anschluss an überregionale Verkehrsnetze.
Bevölkerungsstruktur
Zum 31.12.2010 sind am Bergl 9166 (vgl. 31.12.2003 9585 / 2001 9703) Personen gemeldet.
In den Altersklassen der 0- bis 18-Jährigen und der 55- bis 75-Jährigen ist am Bergl, dem größten abgeschlossenen Stadtteil, ein Überhang im Vergleich zum gesamten Stadtgebiet zu verzeichnen.
Da am Bergl eine hohe Zahl an Ausländern und ein hoher Anteil an Spätaussiedlern ansässig ist, gleichen diese Familien mit ihrer leicht überdurchschnittlichen Familiengröße den Wegfall an Kindern und Jugendlichen bei den älteren Familien aus.
Von den 9166 Einwohnern des Bergl sind 62,6 % (vgl. 2003 69% bei 9585 Einwohnern) Einheimische.
Der Anteil der ausländischen Mitbürger im Planungsgebiet liegt zum 31.12.2010 bei 15,9 % (vgl. 2003 16 %) und somit 4,2 Prozentpunkte über dem Wert des Gesamtstadtgebietes mit 11,7 %.
Die meisten Menschen aus dem Stadtgebiet, die aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion kommen, wohnen am Bergl. Ihr Anteil macht zum 31.12.2010 21,5 % (vgl. 31.12.2003 14,8 %) aus, 6,3 % Prozentpunkte höher als im Gesamtstadtgebiet mit 15,2 % (vgl. 2003 2,7 Prozentpunkte höher bei 12,1 % im Gesamtgebiet).
Ausländeranteil
Leistungen der Jugendhilfe werden angenommen. Ambulante Maßnahmen der Jugend- und Familienhilfe nehmen hier häufig Alleinerziehende in Anspruch, die keine Hilfe durch die Familie und Verwandte bekommen. Ausländer und Aussiedler lassen oft nur ungern Hilfe zu und nehmen, wenn nötig, eher beratende Tätigkeiten in Anspruch. Von den angebotenen Maßnahmen der Jugend- und Familienhilfe wird am Bergl häufig die Jugendgerichtshilfe in Anspruch genommen. Die Jugendlichen wohnen noch vorwiegend bei ihren Eltern zu Hause. Inzwischen sind viele der Mietwohnungen am Bergl in Privateigentum übergegangen, was eine Fluktuation im und aus dem Stadtteil verringert. Am Bergl kann man großen Wohnraum günstig mieten, so dass hier viele Mehrkinderfamilien und Kinder aus finanziell schwachen Familien zu finden sind.
Allgemein
Allgemein ist festzuhalten, dass aufgrund der teilweise alten und qualitativ niedrigen Bausubstanz sowie des hohen Anteils an Mietwohnungen das Gebiet vor allem für sozial als auch finanziell schwache Familien attraktiv ist. Viele Kinder stammen aus Arbeiterfamilien und Familien mit Migrationshintergrund. Die Wohnsituation allgemein am Bergl ist für Kinder und Jugendliche überwiegend positiv zu bewerten. Das Wohngebiet ist infrastrukturell gut erschlossen und verfügt über eine sehr gute Verkehrsanbindung.

